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Lohnsteuer-Praxistipps

Aktuelle Lohnsteuer-Praxistipps 2019

Seit 2018 ist die betriebliche Altersvorsorge neu geregelt. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz sowie der §100 EStG trat in Kraft. Ab 2019 ist bei Neuverträgen zu beachten, dass die Ersparnis des Arbeitgebers bei der Gehaltsumwandlung zwingend als AG-Anteil zu zahlen ist.

Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse oder Sachbezüge) an Arbeitnehmer für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit dem öffentlichen Nahverkehr sind ab Januar 2019 wieder steuerfrei. Zuschüsse für Fahrten mit dem eigenen PKW sind weiterhin mit 15% zu versteuern. Die Zuschüsse müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt gezahlt und nachgewiesen werden.

Werden Arbeitnehmer von deutschen Unternehmen zum Arbeiten in andere EU-Mitgliedstaaten, EWR-Staaten (Island, Norwegen, Liechtenstein) oder in die Schweiz entsandt, wird in der Praxis die sogenannte A1-Bescheinigung benötigt. Diese A1-Bescheinigung wird ab 2019 verpflichtend elektronisch. Das gilt auch bei kurzen Einsätzen von nur wenigen Tagen oder Stunden.

Der neue Übergangsbereich für Midijobs (bis 1.300,00 EUR / Monat), von dem mehr Arbeitnehmer als bisher wegen einer höheren Entgeltspanne profitieren werden, ist ab Juli 2019 in Kraft getreten. Bis Ende Juni 2019 gilt die heutige Gleitzonen-Regelung, allerdings mit angepaßter Formel.

Seit 2017 gibt es ein weiteres neues Meldeverfahren an die Träger der Unfallversicherung. Bisher wurden bis zum 11.02. bzw. 14.02. des Folgejahres die jährlichen Lohnnachweise an die Berufsgenossenschaft in Papierform oder auch über das Onlineportal der BG gemeldet.

Seit der Jahresmeldung 2018 gilt nur noch ein Meldeverfahren an die Berufsgenossenschaft, welches nur aus einem systemgeprüften Entgeltabrechnungssystem möglich ist. Hier werden die Stammdaten ausgetauscht und die jeweils korrekten Mitgliedsnummern und Gefahrentarife von der BG zurückgemeldet. Ohne die Mitgliedsnummer / PIN ist künftig keine Abrechnung mehr möglich.

Das seit einigen Jahren verpflichtende Meldeverfahren zur Unfallversicherung wurde seit 2016 verändert und von der Jahresmeldung (SV) getrennt. So gibt es nun am Jahresende zwei Meldungen (eine Jahresmeldung SV und eine Jahresmeldung UV)

Seit Januar 2017 regelt das 2. Bürokratieentlastungsgesetz das das aufwendige Schätzverfahren bei den Krankenkassen vereinfacht wird. Wenn die tatsächliche Höhe der Beiträge im laufenden Monat noch nicht bekannt ist, kann der Arbeitgeber eine Schätzung in Höhe des Beitrags des Vormonats abgeben.

Ab 2017 regelt die neue „Flexirente“ einen flexiblen Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand. So gibt es ab Juli 2017 attraktive Möglichkeiten eine Altersrente durch eine Beschäftigung zu ergänzen.

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab 2019 auf 9,19 EUR.

Bereits seit 2015 muss für alle, insbesondere für Minijobber und Kurzfristig Beschäftigte zwingend ein Arbeitszeitnachweis (mit Beginn und Ende der Tätigkeit) geführt werden (lt. § 19 Arbeitnehmerentsendegesetz).

Auch in 2019 bleibt die Freigrenze für Sachzuwendungen aus besonderem Anlass bei 60 EUR. Geldzuwendungen sind nach wie vor stets steuer- und beitragspflichtig, auch wenn der Betrag die vorstehende Freigrenze nicht übersteigt. Dies betrifft auch die Freigrenze für Arbeitsessen.

Es gibt seit 2016 eine neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, welche auch (nach den 6 Wochen) als Auszahlschein fungiert.

Ab Januar 2019 werden die Beiträge zur Krankenversicherung wieder jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen, das heißt der Arbeitgeberanteil steigt, da der Zusatzbeitrag bisher nur vom Arbeitnehmer zu tragen war.

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung bleibt in 2019 stabil bei 18,6 %.

Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung wird in 2019 gesenkt auf 2,5 %.

Der Beitragssatz in der Pflegeversicherung steigt in 2019 und liegt bei 3,05 % bzw. 3,30 % bei Kinderlosen. Der Zusatzbeitrag zur Pflegeversicherung in Höhe von 0,25 % bleibt, diesen sogenannten „Strafzuschlag“ zahlen weiterhin sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, die keine Kinder haben bzw. hatten. Seit 2005 müssen Arbeitnehmer die „Elterneigenschaft“ nachweisen um nicht den Beitragszuschlag in der Pflegeversicherung in Höhe von 0,25% zahlen zu müssen.

In 2019 bleibt die Insolvenzgeldumlage stabil bei 0,06% des RV-pflichtigen Entgelts.

Die Regelung der Reisekosten wurde ab 2014 neu geregelt. Das Wichtigste ist die Einführung des Begriffs „erste Tätigkeitsstätte“ Von diesem Begriff hängt es zukünftig ab, ob sie es überhaupt mit „Reisekosten“ zu tun haben.

Die Sätze für die Verpflegungsmehraufwendungen gelten weiterhin (seit 2014):

Eintägige auswärtige Tätigkeiten mit einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden zwischen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte – 12 EUR lohnsteuerfrei

„An- und Abreisetag“ bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten im Inland ohne Prüfung der Mindestabwesenheitszeit – 12 EUR lohnsteuerfrei

Der „Zwischentag“ bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten im Inland (24 Stunden von seiner Wohnung abwesend) – 24 EUR lohnsteuerfrei

Bei nur einer Mahlzeitengestellung muss der Großbuchstabe „M“ auf der Lohnsteuerbescheinigung vermerkt werden.

Das ELSTAM-Verfahren läuft nun seit 2013 recht stabil. Es gelten die mit dem Meldeverfahren ELSTAM abgerufenen Daten für die Lohnabrechnung. Eventuelle Änderungen müssen vom Arbeitnehmer beim Wohnstätten-Finanzamt beantragt werden.

Seit 2011 ist keine Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung ohne Identifikationsnummern mehr möglich.

Die Verdienstgrenze für Minijobber ist seit Jan. 2013 bei 450,00 EUR und bleibt unverändert.

Achtung, die jährliche Meldung an die Künstlersozialkasse ist bis 31.03. des Folgejahres fällig. Der Satz für 2019 bleibt stabil bei 4,2%. Abgabepflichtig sind Unternehmen, die Leistungen von Künstlern oder Werbeagenturen in Anspruch nehmen. Seit 2007 prüft die Deutsche Rentenversicherung diese Sachverhalte mit. Zur Abgabepflicht gibt es neu geregelte Ausnahmen. Nähere Infos: www.kuenstlersozialkasse.de.

Die Schwerbehindertenabgabe (Rehadat) ist ab einer Mitarbeiterzahl ab 20 Arbeitnehmern Pflicht.

Wichtige Eckdaten für 2019

Beitragsbemessungsgrenzen

KV / PV monatlich

RV / AV monatlich

OST

4.537,50

6.150,00

WEST (Berlin)

4.537,50

6.700,00

Seit 2009 gibt es wieder die SOFORTMELDUNG für einige Branchen. Ab Juli 2019 sind wieder neue Branchen hinzugekommen.

Die steuerfreie Übungsleiterpauschale (gültig seit 2013) bleibt auch in 2019 bei 2.400,00 EUR. Die eventuell anfallende Ehrenamtspauschale bleibt ebenfalls bei 720,00 EUR.

Seit Januar 2006 müssen Firmen, die regelmäßig bis zu 30 Arbeitnehmer beschäftigen (Vorjahr betrachten) die Umlage 1 (Lohnfortzahlungsversicherung) zahlen. Sie können immer zum Jahresende für das nächste Jahr (Termin bis 21.01.) zwischen i.d.R. 1-4 Umlagesätzen je Krankenkasse wählen und erhalten dann den jeweiligen Erstattungssatz bei Krankheit ihrer Mitarbeiter.

Umlage 2 (Mutterschutz) gilt seit 2006 für alle Unternehmen. Ist das nur eine lästige Pflichtversicherung? Sollten Sie eine Arbeitnehmerin haben, die schwanger ist, erstattet Ihnen die Umlagekasse 100% Ihrer Kosten. Bei Beschäftigungsverbot inklusive AG-Anteil!

Abfindungszahlungen wegen Verlustes des Arbeitsplatzes sind ab 2006 komplett steuerpflichtig, aber sozialversicherungsfrei.

Ist Ihr Arbeitnehmer im ersten Monat krank? Kein Problem, in den ersten 28 Tagen springt die Krankenkasse ein.

Eine kurzfristige Aushilfe kann unter bestimmten Voraussetzungen sozialversicherungsfrei sein! Die Änderungen der zu beachtenden Fristen bleiben auch in 2019 bestehen!

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