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Lohnsteuerpraxistipps

Grafik mit Tasse und Stempel

Aktuelle Lohnsteuer-Praxistipps 2021

Aktuelle Neuregelungen in der „Corona-Zeit“

Auf Bonuszahlungen bis 1.500 EUR werden laut BMF keine Steuern erhoben. Das sollte die belohnen, die in der Corona-Krise an vorderster Front stehen. Da nicht nach Berufen getrennt werden kann, gilt die Steuerfreiheit für alle Arbeitnehmer. Die Beihilfen und Unterstützungen bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei. Mit der Steuer- und Beitragsfreiheit der Sonderzahlungen soll die besondere und unverzichtbare Leistung der Beschäftigten in der Corona-Krise anerkannt werden. Laut der der Pressemitteilung des BMF vom 03.04.2020 können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Beschäftigten nun Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 EUR steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Erfasst werden Sonderleistungen, die die Beschäftigten zwischen dem 01.03.2020 und dem 31.12.2020 erhalten. Gewährung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn.VERLÄNGERUNG bis 31.03.2022

Grundsätzlich kann Kurzarbeitergeld für zwölf Monate bezogen werden. Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzudämpfen, wurde die Bezugsdauer der Lohnersatzleistung allerdings für Betriebe, die schon vor dem 31. Dezember 2020 in Kurzarbeit gegangen sind, auf bis zu 24 Monate verlängert, längstens aber bis zum 31. Dezember 2021.

In der Zeit vom 01.03.2020 – 30.06.2021 gelten veränderte Regelungen zum „Corona-KUG“. (100 % des Arbeitgeberanteils zur SV werden übernommen)

www.sozialgesetzbuch-sgb.de

Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld bleiben steuerfrei. Diese Regelung wurde wegen der Corona-Pandemie bis Ende 2021 verlängert.

Die Hinzuverdienstmöglichkeiten für Bezieher/innen von KUG in 2021 ändern sich ebenfalls. Es ist nur noch lediglich ein MINI-Job ohne Anrechnung möglich.

Auf Grund des höheren Betreuungsaufwands gerade für Alleinerziehende in Zeiten von Corona und den damit verursachten Aufwendungen wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von derzeit 1.908 EUR auf 4.008 EUR für 2 Jahre angehoben und damit mehr als verdoppelt (§ 24b Abs. 2 Satz 3 EStG). Der Erhöhungsbetrag für jedes weitere Kind in Höhe von 240 EUR soll unverändert bleiben.

Eltern, die wegen Kita-Schließungen oder Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie ihre Kinder betreuen müssen, können dafür jetzt Kinderkrankengeld beziehen. Pro Elternteil gibt es 20 Tage für jedes Kind im Jahr 2021, für Alleinerziehende 40.

Seit 2018 ist die betriebliche Altersvorsorge neu geregelt. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz sowie der §100 EStG trat in Kraft. Seit 2019 ist bei Neuverträgen zu beachten, dass die Ersparnis des Arbeitgebers (mind. 15%) bei der Gehaltsumwandlung zwingend als AG-Anteil zu zahlen ist.

Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse oder Sachbezüge) an Arbeitnehmer für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit dem öffentlichen Nahverkehr sind seit Januar 2019 wieder steuerfrei.

Zuschüsse für Fahrten mit dem eigenen PKW können ab 2021 ab dem 21. Kilometer mit 0,35€/km gezahlt werden und sind weiterhin mit 15% zu versteuern. Die Zuschüsse müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt gezahlt und nachgewiesen werden.

Bei der Abrechnung eines Firmen-PKWs sind ebenfalls ab dem 21. Kilometer 0,35 €/km anzusetzen.

Werden Arbeitnehmer von deutschen Unternehmen zum Arbeiten in andere EU-Mitgliedstaaten, EWR-Staaten (Island, Norwegen, Liechtenstein) oder in die Schweiz entsandt, wird in der Praxis die sogenannte A1-Bescheinigung benötigt. Diese A1-Bescheinigung ist seit 2019 verpflichtend elektronisch. Das gilt auch bei kurzen Einsätzen von nur wenigen Tagen oder Stunden.

Der neue Übergangsbereich für Midi Jobs (bis 1.300,00 EUR / Monat), von dem mehr Arbeitnehmer als bisher wegen einer höheren Entgeltspanne profitieren werden, ist ab Juli 2019 in Kraft getreten.

Seit 2017 gibt es ein weiteres neues Meldeverfahren an die Träger der Unfallversicherung. Bisher wurden bis zum 11.02. bzw. 14.02. des Folgejahres die jährlichen Lohnnachweise an die Berufsgenossenschaft in Papierform oder auch über das Onlineportal der BG gemeldet. Seit der Jahresmeldung 2018 gilt nur noch ein Meldeverfahren an die Berufsgenossenschaft, welches nur aus einem systemgeprüften Entgeltabrechnungssystem möglich ist. Hier werden die Stammdaten ausgetauscht und die jeweils korrekten Mitgliedsnummern und Gefahrentarife von der BG zurückgemeldet. Ohne die Mitgliedsnummer / PIN ist künftig keine Abrechnung mehr möglich. Das seit einigen Jahren verpflichtende Meldeverfahren zur Unfallversicherung wurde seit 2016 verändert und von der Jahresmeldung (SV) getrennt. So gibt es nun am Jahresende zwei Meldungen (eine Jahresmeldung SV und eine Jahresmeldung UV).

Seit Januar 2017 regelt das 2. Bürokratieentlastungsgesetz, dass das aufwendige Schätzverfahren bei den Krankenkassen vereinfacht wird. Wenn die tatsächliche Höhe der Beiträge im laufenden Monat noch nicht bekannt ist, kann der Arbeitgeber eine Schätzung in Höhe des Beitrags des Vormonats abgeben.

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab Januar 2021 auf 9,50 € / Std. und ab Juli 2021 auf 9,60 € / Std..

Bereits seit 2015 muss für alle, insbesondere für MINI-Jobber und Kurzfristig Beschäftigte zwingend ein Arbeitszeitnachweis (mit Beginn und Ende der Tätigkeit) geführt werden (lt. § 19 Arbeitnehmerentsendegesetz).

Auch in 2020 bleibt die Freigrenze für Sachzuwendungen aus besonderem Anlass bei 60 EUR. Geldzuwendungen sind nach wie vor stets steuer- und beitragspflichtig, auch wenn der Betrag die vorstehende Freigrenze nicht übersteigt. Dies betrifft auch die Freigrenze für Arbeitsessen.

Es gibt seit 2016 eine neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, welche auch (nach den 6 Wochen) als Auszahlungsschein fungiert.

Ab 1. Oktober 2021 wird die Ausfertigung der AU-Bescheinigung für die Krankenkasse vom Arzt digitalisiert und elektronisch übermittelt. Versicherte müssen dann die Durchschrift des „gelben Scheins“ nicht mehr wie bisher selbst an ihre Krankenkasse schicken, jedoch auf jeden Fall an den Arbeitgeber.

Seit Januar 2019 werden die Beiträge zur Krankenversicherung wieder jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen, das heißt der Arbeitgeberanteil steigt, da der Zusatzbeitrag bisher nur vom Arbeitnehmer zu tragen war.

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung bleibt in 2021 stabil bei 18,6 %.

Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung bleibt in 2021 stabil bei 2,4 %.

Der Beitragssatz in der Pflegeversicherung bleibt in 2021 stabil und liegt bei 3,05 % bzw. 3,30 % bei Kinderlosen.

Der Zusatzbeitrag zur Pflegeversicherung in Höhe von 0,25 % bleibt, diesen sogenannten „Strafzuschlag“ zahlen weiterhin sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, die keine Kinder haben bzw. hatten. Seit 2005 müssen Arbeitnehmer die „Elterneigenschaft“ nachweisen, um nicht den Beitragszuschlag in der Pflegeversicherung in Höhe von 0,25% zahlen zu müssen.

Die Regelung der Reisekosten wurde ab 2014 neu geregelt. Das Wichtigste ist die Einführung des Begriffs „erste Tätigkeitsstätte“. Von diesem Begriff hängt es zukünftig ab, ob sie es überhaupt mit „Reisekosten“ zu tun haben.

Die Sätze für die Verpflegungsmehraufwendungen haben sich ab 2020 wie folgt verändert:

  • Eintägige auswärtige Tätigkeiten mit einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden zwischen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte – 14 EUR lohnsteuerfrei,
  • „An- und Abreisetag“ bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten im Inland ohne Prüfung der Mindestabwesenheitszeit – 14 EUR lohnsteuerfrei,
  • Der „Zwischentag“ bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten im Inland (24 Stunden von seiner Wohnung abwesend) – 28 EUR lohnsteuerfrei,
  • Bei nur einer Mahlzeitengestellung muss der Großbuchstabe „M“ auf der Lohnsteuerbescheinigung vermerkt werden.

Die Verdienstgrenze für Minijobber ist seit Januar 2013 bei 450,00 EUR und bleibt unverändert.

Achtung, die jährliche Meldung an die Künstlersozialkasse ist bis 31.03. des Folgejahres fällig. Der Satz für 2021 bleibt stabil bei 4,2%. Abgabepflichtig sind Unternehmen, die Leistungen von Künstlern oder Werbeagenturen in Anspruch nehmen. Seit 2007 prüft die Deutsche Rentenversicherung diese Sachverhalte mit. Zur Abgabepflicht gibt es neu geregelte Ausnahmen.

Nähere Infos: www.kuenstlersozialkasse.de

Die Schwerbehindertenabgabe (REHADAT) ist ab einer Mitarbeiterzahl ab 20 Arbeitnehmern Pflicht.

Wichtige Eckdaten für 2021

Beitragsbemessungsgrenzen

  OST WEST (Berlin)
KV / PV monatlich 4.837,50€ 4.837,50€
RV / AV monatlich 6.700,00€ 7.100,00€

Seit 2009 gibt es wieder die SOFORTMELDUNG für einige Branchen. Ab Juli 2019 sind wieder neue Branchen hinzugekommen.

Die steuerfreie Übungsleiterpauschale wurde ab 2021 bei 3.000,00 EUR erhöht. Die eventuell anfallende Ehrenamtspauschale wurde ebenfalls erhöht auf 840,00 EUR.

Seit Januar 2006 müssen Firmen, die regelmäßig bis zu 30 Arbeitnehmer beschäftigen (Vorjahr betrachten) die Umlage 1 (Lohnfortzahlungsversicherung) zahlen. Sie können immer zum Jahresende für das nächste Jahr (Termin bis 21.01.) zwischen i.d.R. 1-4 Umlagesätzen je Krankenkasse wählen und erhalten dann den jeweiligen Erstattungssatz bei Krankheit ihrer Mitarbeiter.

Umlage 2 (Mutterschutz) gilt seit 2006 für alle Unternehmen. Ist das nur eine lästige Pflichtversicherung? Sollten Sie eine Arbeitnehmerin haben, die schwanger ist, erstattet Ihnen die Umlagekasse 100% Ihrer Kosten. Bei Beschäftigungsverbot inklusive AG-Anteil!

In 2021 verdoppelt sich die Insolvenzgeldumlage (Umlage 3) auf 0,12% des RV-pflichtigen Entgelts.

Abfindungszahlungen wegen Verlustes des Arbeitsplatzes sind ab 2006 komplett steuerpflichtig, aber sozialversicherungsfrei.

Ist Ihr Arbeitnehmer im ersten Monat krank? Kein Problem, in den ersten 28 Tagen springt die Krankenkasse ein.

Eine kurzfristige Aushilfe kann unter bestimmten Voraussetzungen sozialversicherungsfrei sein! Die aktuellen Änderungen der Fristen (ab Nov. 2020) sind zu beachten.

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