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Lohnsteuer-Praxistipps

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Aktuelle Lohnsteuer- und Praxistipps für Sie

      • Der gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 EUR gilt ab 2015, hier gibt es einiges zu beachten.
      • Ab 2015 muss für alle, insbesondere für Minijobber und Kurzfristig Beschäftigte zwingend ein Arbeitszeitnachweis (mit Beginn und Ende der Tätigkeit) geführt werden (lt. § 19 Arbeitnehmerentsendegesetz)
      • Mit Wirkung ab 01.01.2015 wurde die Freigrenze für Sachzuwendungen aus besonderem Anlass auf 60 EUR erhöht. Geldzuwendungen sind nach wie vor stets steuer- und beitragspflichtig, auch wenn der Betrag die vorstehende Freigrenze nicht übersteigt.
      • Die Freigrenze für Arbeitsessen ist ebenfalls von 40 EUR auf 60 EUR pro Arbeitnehmer angehoben worden.
      • Der Beitragssatz zur Rentenversicherung ist ab 01.01.2015 auf 18,7 % gesenkt worden.
      • Der Beitragssatz in der Pflegeversicherung erhöht sich in 2015 auf 2,35 %. Der Zusatzbeitrag zur Pflegeversicherung in Höhe von 0,25 %  bleibt ebenfalls, diesen sogenannten „Strafzuschlag“ zahlen weiterhin sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, die keine Kinder haben/hatten. Seit 2005 müssen Arbeitnehmer die „Elterneigenschaft“ nachweisen um nicht den Beitragszuschlag in der Pflegeversicherung in Höhe von 0,25% zahlen zu müssen.
      • Der seit 2010 einheitliche Beitragssatz zur Krankenversicherung wird zum 01.01.2015 auf 14,6% gesenkt und ist nun wieder paritätisch, das heißt AG-Anteil 7,3%, AN-Anteil 7,3%. Den Zusatzbeitrag, den die Kassen erheben können, trägt der Arbeitnehmer allein. Erhebt eine Krankenkasse Zusatzbeiträge, haben Sie als Versicherter ein Sonderkündigungsrecht
      • Ab 01.01.2015 bleibt die Insolvenzgeldumlage bei 0,15% des RV-pflichtigen Entgelts.
      • Die Regelung der Reisekosten wurde ab 2014 neu geregelt. Das Wichtigste ist die Einführung des Begriffs „erste Tätigkeitsstätte“ Von diesem Begriff hängt es zukünftig ab, ob sie es überhaupt mit „Reisekosten“ zu tun haben.
      • Des Weiteren wurden ab 2014 neue Sätze für die Verpflegungsmehraufwendungen festgesetzt:
        • Eintägige auswärtige Tätigkeiten mit einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden zwischen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte – 12  EUR lohnsteuerfrei
        • „An- und Abreisetag“ bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten im Inland ohne Prüfung der Mindestabwesenheitszeit – 12 EUR lohnsteuerfrei
        • Der „Zwischentag“ bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten im Inland (24 Stunden von seiner Wohnung abwesend) – 24 EUR lohnsteuerfrei
      • Bei nur einer Mahlzeitengestellung muss der Großbuchstabe „M“ auf der Lohnsteuerbescheinigung vermerkt werden.
      • Die Abgabefrist für die Jahresmeldungen zur Sozialversicherung wurde ab 2014 auf den 15. Februar des Folgejahres vorverlegt.
      • Das ELSTAM-Verfahren läuft nun ab 2013. Die Übergangsfrist ist vorbei, wir benötigen auch in 2015 keine Steuerkarten 2010 bzw. Änderungsmitteilungen des Finanzamtes mehr. Die Steuerkarten 2010 können vernichtet werden.
      • Eventuelle Änderungen müssen vom Arbeitnehmer beim Wohnstätten-Finanzamt beantragt werden.
      • Seit 2011 ist keine Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung ohne Identifikationsnummern mehr möglich.
      • Die Verdienstgrenze für Minijobber ist seit Jan. 2013 bei 450,00 EUR und bleibt unverändert.
      • Achtung, die jährliche Meldung an die Künstlersozialkasse ist bis 31.03. des Folgejahres fällig. Der Satz für 2015 beträgt wie in 2014 5,2%. Abgabepflichtig sind Unternehmen, die Leistungen von Künstlern oder Werbeagenturen in Anspruch nehmen. Seit 2007 prüft die DRV dies mit. Zur Abgabepflicht gibt es neu geregelte Ausnahmen. Nähere Infos: www.kuenstlersozialkasse.de
      • Bedenken Sie die Schwerbehindertenabgabe (Rehadat) bei einer Mitarbeiterzahl ab 20 AN

Und hier noch ein paar wichtige Eckdaten für 2015:

Beitragsbemessungsgrenzen 2015 OST WEST (Berlin)
KV / PV monatlich 4.125,00 4.125,00
KV / PV jährlich 49.500,00 49.500,00
RV / AV monatlich 5.200,00 6.050,00
RV / AV jährlich 62.400,00 72.600,00
Jahresarbeitsentgeltgrenze § 6 (6) SGB V (allgemein) 4.575,00 4.575,00
jährlich 54.900,00 54.900,00
Jahresarbeitsentgeltgrenze § 6 (7) SGB V (Bestandsfälle) 4.125,00 4.125,00
jährlich 49.500,00 49.500,00

Die neuen Sachbezüge für freie Verpflegung 2015 auf einen Blick:

Frühstück Mittagessen Abendessen Gesamt
monatlich 49,00 EUR 90,00 EUR 90,00 EUR 229,00 EUR
kalendertäglich 1,63 EUR 3,00 EUR 3,00 EUR 7,63 EUR
      • Seit 2009 gibt es wieder die SOFORTMELDUNG für einige Branchen. Bitte fragen Sie, ob Ihre Branche dazugehört.
      • Die steuerfreie Übungsleiterpauschale bleibt auch in 2015 bei 2.400,00 EUR. Die eventuell anfallende Ehrenamtspauschale bleibt ebenfalls bei 720,00 EUR. Bitte fragen Sie nach, wenn Sie Informationen dazu benötigen.
      • Seit Januar 2006 müssen Firmen, die regelmäßig bis zu 30 Arbeitnehmer beschäftigen (Vorjahr betrachten) die U1 (Lohnfortzahlungsversicherung) zahlen. Sie können immer zum Jahresende für das nächste Jahr (Termin bis 31.01.) zwischen i.d.R. 1-4 Umlagesätzen je Krankenkasse wählen und erhalten dann den jeweiligen Erstattungssatz bei Krankheit ihrer Mitarbeiter.
      • Umlage 2 (Mutterschutz) gilt seit 2006 für alle Unternehmen. Ist das nur eine lästige Pflichtversicherung? Sollten Sie eine Arbeitnehmerin haben, die schwanger ist, erstattet Ihnen die Umlagekasse 100% Ihrer Kosten. Bei Beschäftigungsverbot inklusive AG-Anteil!
      • Abfindungszahlungen wegen Verlustes des Arbeitsplatzes sind ab 2006 komplett steuerpflichtig, aber sozialversicherungsfrei.
      • Ist Ihr Arbeitnehmer im ersten Monat krank? Kein Problem, in dieser Zeit springt die Krankenkasse ein.
      • Eine kurzfristige Aushilfe kann unter bestimmten Voraussetzungen sozialversicherungsfrei sein! Hier gibt es in 2015 Änderungen!

Alle Angaben ohne Gewähr.


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